Siegen ist nie selbstverständlich

Mit zwei Siegen ist dem FC Sevelen der Start in die Rückrunde geglückt. Nun soll die Serie beim FC Bad Ragaz fortgesetzt werden. Obwohl in der Favoritenrolle, wäre auch der nächste Seveler Sieg keine Selbstverständlichkeit.

«Das war ein super Start», berichtet Daniel Janssen, Spieler der ersten Mannschaft des FC Sevelen, begeistert. Erhofft, so meint er weiter, habe man sich sechs Punkte aus zwei Spielen schon, «aber nicht grad erwartet.» Dies vor allem wegen vier gewichtigen Abgängen auf die Rückrunde hin: Mit Aydin Demirci (FC Altstätten), Fabian Gafner (FC Tuggen) sowie Fitim Behluli und Davide Rosi (beide Rücktritt) sind vier Stammkräfte nicht mehr im Team. Umso wichtiger ist es aus Janssens Sicht, dass nach dem Abgang Gafners mit Manuel Zangger wieder ein Routinier zwischen den Pfosten steht.

 Spirit und Ruhe
Bislang sind die Abgänge spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen. «Wir sind enger zusammengerückt, geben alles. Unser Team-Spirit ist super, jeder geht für jeden, wir helfen einander und sind ruhiger geworden», erklärt der 31-Jährige. Die Unruhe in Trainings und Meisterschaftsspielen – oft zu laut und viele Diskussionen – hat man weggebracht. Zwei markante Punkte, weshalb der Seveler Start geklappt hat.
Als dritten Punkt nennt Daniel Janssen das Training in der Winterpause. «Vom Wetter her konnten wir schneller auf den Platz. Zudem waren wir ein- bis zweimal pro Woche auf dem Kunstrasen in Gams. Es bringt viel, wenn man mehr mit dem Ball machen kann, statt immer nur zu laufen», so das Eigengewächs des FC Sevelen, der nach einer regionalen Odyssee die dritte Saison bei den Werdenbergern bestreitet. Auch er selbst ist in ausgezeichneter Form. Mit je einem Tor in den beiden Rückrundenpartien hat er sich in der Werdenberger Torschützenliste auf den vierten Platz hochgearbeitet. «Ich bin fit, weil ich gut trainieren konnte und mich im Winter nicht verletzt hatte. Das zahlt sich nun aus.»

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Daniel Janssen ist optimistisch, dass die Seveler Rückrunden-Siegesserie in Bad Ragaz fortgesetzt wird. (Bild Robert Kucera)

«Ein ziemlich schwieriges Spiel»
Der Blitzstart hat auch Auswirkungen auf die Tabelle. Nun ist Sevelen Zweiter, definitiv ein 3.-Liga-Spitzenteam. Dass Siege gegen Untervaz, Landquart-Herrschaft oder am Samstag gegen Bad Ragaz deswegen zur Selbstverständlichkeit werden, verneint Janssen vehement. «Jeder kann jeden schlagen», umschreibt er die Ausgeglichenheit der Gruppe 1 der 3. Liga. Erst recht sei Bad Ragaz nicht zu unterschätzen. «Die haben das Messer am Hals und brauchen unbedingt Punkte. Deshalb wird es ein ziemlich schwieriges Spiel», prophezeit der Seveler.
Daniel Janssen und seine Teamkollegen reisen aber mit breiter Brust in den Kurort. «Wir werden alles daran setzen, zum dritten Mal zu gewinnen», gibt er sich kämpferisch. Obwohl er sagt, dass Bad Ragaz aufgrund der heiklen Tabellenposition das Spiel machen müsse, werde man sich nicht verstecken. Sevelens Stärke, die Offensive, wolle man nicht selber ausser Gefecht setzen. Zumal Bad Ragaz ebenfalls im Offensiv-Bereich mehr Glanzpunkte zu setzen vermag als in der Defensive.

In der Rolle des Spielverderbers
Intaktes Teamgefüge, der beste Rückrundenstart seit Jahren. Vieles erinnert beim FC Sevelen ans Jahr 2011. Damals reiste man ebenfalls mit zwei Siegen im Gepäck zum dritten Rückrundenspiel nach Bad Ragaz – und kehrte mit drei Siegen in Serie nach Hause. Vor vier Jahren stand am Ende der Aufstieg fest. Und 2015? «Unser Ziel ist nicht der Aufstieg», sagt Janssen. Ein Platz unter den besten vier, die grossen, aufstiegswilligen Teams aus Liechtenstein ärgern – das ist das, was die Seveler wollen.
Obwohl man nicht daran denkt, glaubt der 31-Jährige, dass die Seveler den Aufstieg durchaus in den Füssen haben. «Wenn’s passiert, nehmen’s wir gerne», so Daniel Janssen. Und zu den Aufstiegskandidaten Triesen und Triesenberg meint er trocken: «Wir probieren beide zu schlagen.»
(W&O vom 17.04.2015)