Knapper Sieg für Sevelen­

Beim Auswärtsspiel des FC Sevelen inBalz­ers war die Devise klar: Man wollte wied­er drei Punkte gewinnen, um auch weiterh­in nahe an der Spitze zu bleiben. Das Ga­stteam erfüllte diese Aufgabe dann auch,­ doch musste für diesen Sieg lange gekäm­pft werden. Angefangen hatte das Spiel ­eigentlich nicht mal so schlecht. Denn s­chon in der 27. Minute konnte sich Sevel­en den ersten Treffer gutschreiben lasse­n. Auch der Start in die zweite Hälfte v­erlief sehr gut, bis zur 70. Minute wurd­e das Skore auf 3:0 erhöht. «Super, das­s wir 3:0 in Führung gehen konnten», kom­mentiert Coach Marco Rissi, und fügt an:­ «Noch besser, dass die beiden jüngsten ­Spieler die ersten beiden Tore erzielt h­aben. » Weniger Grund zur Freude bereite­te ihm die Fortsetzung der Partie: «Was ­danach folgte, war dann jedoch nicht me­hr ganz so toll.» Da sich zwei Seveler S­pieler verletzten, musste gezwungenermas­sen gewechselt werden. Die ohnehin schon­ limitierte Mannschaft (viele verletzte ­und gesperrte Spieler) kam in Bedrängnis­. Innerhalb weniger Minuten konnten die­ Liechtensteiner ihre beiden Tore zum fi­nalen Resultat von 2:3 erzielen. «Wir ha­ben super gekämpft, hatten jedoch auch G­lück.» (Quelle: W&O vom 27.04.2015)

FC Sevelen wurde zu spät aktiv

In Bad Ragaz ging die Ungeschlagenheit in der Rückrunde für den FC Sevelen schneller zu Ende, als viele gedacht hätten. Der Vertreter der Spitzengruppe unterlag den mitten im Abstiegskampf verwickelten Sarganserländern mit 2:4.

Ein Pfiff in der 35. Minute besiegelte das Schicksal des FC Sevelen. Innenverteidiger Fabio Pettineo wurde während eines Eckballs des FC Bad Ragaz des Feldes verwiesen. Bestürzung auf Seite des FC Sevelen, Verwirrung auf den Rängen war die Folge. «Ich habe nichts gesehen» war die häufigste Aussage der Beteiligten, auch von Sevelens Trainer Marco Rissi nach dem Spiel. Genau hingesehen hat aber Schiedsrichter Adnan Smajic. Er sah, wie der fehlbare Spieler seinem Gegenspieler einen Tritt verpasste. Die Folge: rote Karte, indirekter Freistoss (da der Ball woanders war), Tor zum 2:1 für das Heimteam und letztlich die erste Rückrundenniederlage des FC Sevelen.

Hypothek war zu hoch
«Mit Bad Ragaz hat die glücklichere Mannschaft gewonnen», urteilt Spielertrainer Rissi nach der umkämpften Partie, in welcher das Heimteam sieben gelbe Karten kassierte – und der Gast eben jene rote. «Der Schiedsrichter hat auch seinen Teil zur Niederlage beigetragen», meint Rissi weiter. «Die Hypothek mit der roten Karte war in der zweiten Halbzeit natürlich hoch. Mit elf Mann hätten wir mehr Druck machen können.»

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Da war die Seveler Welt noch in Ordnung: Daniel Janssen (hinten) erzielt gekonnt mittels Heber das Führungstor. (Bild: Robert Kucera)

Dem Ausgleich nahe
Doch als Hauptschuldiger der Seveler Niederlage eignet sich der Referee nicht. Dies sieht auch Marco Rissi ein. «Wir zeigten heute kein Topspiel.» Wirklich zufrieden konnte er nur mit der zweiten Halbzeit sein. Besonders nach dem Anschlusstreffer zum 3:2 durch Doppeltorschütze Daniel Janssen ging ein sichtbarer Ruck durch die dezimierte Mannschaft, die einige Male nahe am Ausgleich war. Wie in der 77. Minute, als Argzon Aliu im Zentrum frei stehend an den Ball kam, sein Schuss aus der Drehung heraus ging knapp übers Tor. Es war fast eine Kopie jener Situation, die sich zwei Minuten zuvor im andern Strafraum abgespielt hatte. Hier kam Santana Schneider an den Ball, schoss aus der Drehung – Sevelens Torhüter Manuel Zangger hielt sein Team mit einer Glanzparade im Spiel. Diese Szene dokumentiert aber auch, dass die Entscheidung in dieser Partie jederzeit in der Luft lag. Auch wenn das Heimteam, darüber war Trainer Bedros Ercin einige Male äusserst erbost, zu passiv agierte. In der 87. Minute aber war erneut der dreifache Torschütze Urs Kunfermann ein Aktivposten. Er dribbelte so lange im Seveler Strafraum herum, bis er endlich gestoppt wurde – zum Ärger der Gäste regelwidrig von Schlussmann Zangger. Den fälligen Elfmeter verwandelte Samuel Näf sicher zum 4:2-Endstand.

Passive Gäste
«Heute war nicht alles schlecht», lässt Sevelens Spielertrainer Marco Rissi Milde walten. «Wir haben das Beste aus der Situation gemacht und waren dem Ausgleich nahe.» Doch er weiss genau, dass seine Crew, die zu den Spitzenteams der 3. Liga Gruppe 1 gehört, gar nie in diese Lage gegen den FC Bad Ragaz, der gegen die Relegation kämpft, hätte kommen müssen. «Wenn man die erste Halbzeit anschaut, war Bad Ragaz überlegen. Wir sind nie ins Spiel gekommen.» Mit der Passivität des Gastes konnte die Crew des ehemaligen Grabser Trainers Ercin lange Zeit nichts anfangen. Zu harmlos waren die Abschlüsse.

Nichts aus der Führung gemacht
Der FC Sevelen hat es verpasst, nach der schmeichelhaften Führung mit der Sicherheit eines Spitzenteams aufzutreten und das 1:0 zu halten. Denn die Szenerie hätte zur aktuellen Tabellenlage gepasst: Der Underdog rackert sich ab, macht bis zum Strafraum alles richtig, kann aber nie ernsthaft gefährlich werden – der Favorit schaut zu und schiesst aus dem Nichts das Führungstor.
(Quelle W&O vom 20.04.2015)

Siegen ist nie selbstverständlich

Mit zwei Siegen ist dem FC Sevelen der Start in die Rückrunde geglückt. Nun soll die Serie beim FC Bad Ragaz fortgesetzt werden. Obwohl in der Favoritenrolle, wäre auch der nächste Seveler Sieg keine Selbstverständlichkeit.

«Das war ein super Start», berichtet Daniel Janssen, Spieler der ersten Mannschaft des FC Sevelen, begeistert. Erhofft, so meint er weiter, habe man sich sechs Punkte aus zwei Spielen schon, «aber nicht grad erwartet.» Dies vor allem wegen vier gewichtigen Abgängen auf die Rückrunde hin: Mit Aydin Demirci (FC Altstätten), Fabian Gafner (FC Tuggen) sowie Fitim Behluli und Davide Rosi (beide Rücktritt) sind vier Stammkräfte nicht mehr im Team. Umso wichtiger ist es aus Janssens Sicht, dass nach dem Abgang Gafners mit Manuel Zangger wieder ein Routinier zwischen den Pfosten steht.

 Spirit und Ruhe
Bislang sind die Abgänge spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen. «Wir sind enger zusammengerückt, geben alles. Unser Team-Spirit ist super, jeder geht für jeden, wir helfen einander und sind ruhiger geworden», erklärt der 31-Jährige. Die Unruhe in Trainings und Meisterschaftsspielen – oft zu laut und viele Diskussionen – hat man weggebracht. Zwei markante Punkte, weshalb der Seveler Start geklappt hat.
Als dritten Punkt nennt Daniel Janssen das Training in der Winterpause. «Vom Wetter her konnten wir schneller auf den Platz. Zudem waren wir ein- bis zweimal pro Woche auf dem Kunstrasen in Gams. Es bringt viel, wenn man mehr mit dem Ball machen kann, statt immer nur zu laufen», so das Eigengewächs des FC Sevelen, der nach einer regionalen Odyssee die dritte Saison bei den Werdenbergern bestreitet. Auch er selbst ist in ausgezeichneter Form. Mit je einem Tor in den beiden Rückrundenpartien hat er sich in der Werdenberger Torschützenliste auf den vierten Platz hochgearbeitet. «Ich bin fit, weil ich gut trainieren konnte und mich im Winter nicht verletzt hatte. Das zahlt sich nun aus.»

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Daniel Janssen ist optimistisch, dass die Seveler Rückrunden-Siegesserie in Bad Ragaz fortgesetzt wird. (Bild Robert Kucera)

«Ein ziemlich schwieriges Spiel»
Der Blitzstart hat auch Auswirkungen auf die Tabelle. Nun ist Sevelen Zweiter, definitiv ein 3.-Liga-Spitzenteam. Dass Siege gegen Untervaz, Landquart-Herrschaft oder am Samstag gegen Bad Ragaz deswegen zur Selbstverständlichkeit werden, verneint Janssen vehement. «Jeder kann jeden schlagen», umschreibt er die Ausgeglichenheit der Gruppe 1 der 3. Liga. Erst recht sei Bad Ragaz nicht zu unterschätzen. «Die haben das Messer am Hals und brauchen unbedingt Punkte. Deshalb wird es ein ziemlich schwieriges Spiel», prophezeit der Seveler.
Daniel Janssen und seine Teamkollegen reisen aber mit breiter Brust in den Kurort. «Wir werden alles daran setzen, zum dritten Mal zu gewinnen», gibt er sich kämpferisch. Obwohl er sagt, dass Bad Ragaz aufgrund der heiklen Tabellenposition das Spiel machen müsse, werde man sich nicht verstecken. Sevelens Stärke, die Offensive, wolle man nicht selber ausser Gefecht setzen. Zumal Bad Ragaz ebenfalls im Offensiv-Bereich mehr Glanzpunkte zu setzen vermag als in der Defensive.

In der Rolle des Spielverderbers
Intaktes Teamgefüge, der beste Rückrundenstart seit Jahren. Vieles erinnert beim FC Sevelen ans Jahr 2011. Damals reiste man ebenfalls mit zwei Siegen im Gepäck zum dritten Rückrundenspiel nach Bad Ragaz – und kehrte mit drei Siegen in Serie nach Hause. Vor vier Jahren stand am Ende der Aufstieg fest. Und 2015? «Unser Ziel ist nicht der Aufstieg», sagt Janssen. Ein Platz unter den besten vier, die grossen, aufstiegswilligen Teams aus Liechtenstein ärgern – das ist das, was die Seveler wollen.
Obwohl man nicht daran denkt, glaubt der 31-Jährige, dass die Seveler den Aufstieg durchaus in den Füssen haben. «Wenn’s passiert, nehmen’s wir gerne», so Daniel Janssen. Und zu den Aufstiegskandidaten Triesen und Triesenberg meint er trocken: «Wir probieren beide zu schlagen.»
(W&O vom 17.04.2015)